Bundesverdienstkreuz für „Grillschinken-Mann“ Hans-Peter Arens aus Dortmund

Schausteller Hans-Peter Arens aus Dortmund erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande. Foto: Stadt Dortmund

Dortmund. Hans-Peter Arens aus Dortmund erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande. Der Vorsitzende des Schaustellervereins „Rote Erde“ betreibt seit 1967 Karussells sowie Grillschinken- und Ausschankwagen – unter anderem auf dem Weihnachtsmarkt.

Der Schausteller Hans-Peter Arens aus Dortmund erhält das Bundesverdienstekreuz am Bande. Bürgermeisterin Birgit Jörder hat beim Winterfest des Dortmunder Schaustellervereins „Rote Erde“ am 6. Januar 2011 einen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, das Verdienstkreuz am Bande, an den Vereinsvorsitzenden überreicht.

 

Schausteller Hans-Peter Arens erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande. Arens ist zugleich Vorsitzender des Schaustellervereins „Rote Erde“. Foto: Stadt Dortmund

Die Bürgermeisterin lobte den Geehrten für sein Engagement in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Birgit Jörder zu Hans-Peter Arens: „Gutes tun kostet, das Beste wollen ist gratis. Glücklicherweise sind Sie ein Mensch, der nicht nur will, sondern auch tut. Und ein solches Engagement kostet. Es kostet Geld, es kostet Zeit und oftmals kostet es auch Nerven. Aber unsere Gesellschaft braucht Menschen wie Sie, die persönlich und mit Leidenschaft aktiv für Andere und unser Gemeinwohl eintreten. Solchen Menschen gelten unser großer Dank und unsere große Anerkennung.“

Seit 1967 mit Fahrgeschäften selbstständig

Hans-Peter Arens machte sich 1967 als Schausteller selbstständig und erweiterte sein Unternehmen stetig sowohl mit neuen Fahrgeschäften als auch mit Grillschinken- und Ausschankwagen.

Seit 1979 ist Arens Vorsitzender des Schaustellervereins Rote Erde, eines der ältesten Schausteller-Interessenverbände Deutschlands mit Sitz in Dortmund, der auch wohltätigen Zwecken dient. So wurde unter Leitung von Arens 1982 anlässlich der Osterkirmes das „größte Lebkuchenherz der Welt“ zu Gunsten karitativer Einrichtungen verkauft. Gleiches gilt für Einnahmen aus historischen Kirmessen. Unter dem Vorsitz von Arens werden die traditionsreiche Osterkirmes veranstaltet – zudem organisiert er den Weihnachtsmarkt Dortmund mit, der mit 2,5 Mio. Besuchern jährlich zu einem der Hauptmagneten in der Adventszeit geworden ist.

Um die Anziehungskraft des Weihnachtsmarktes zu steigern, wird seit 1996 der riesige Weihnachtsbaum mit einer Höhe von 45 Metern und einem Gewicht von 30 Tonnen aufgebaut. Durch Arens’ unermüdlichen Einsatz gelingt es jedes Jahr ums Neue, die dafür erforderlichen Mittel (die zu zwei Dritteln von Privatpersonen und Unternehmen) aufzubringen. Für städtische und private Veranstalter bei Stadt-, Volks- und Straßenfesten steht er immer wieder als Berater zur Verfügung.

Aktiv im „Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute“

Bereits über zwei Jahrzehnte gestaltet Arens das Wirken des Bundesverbandes Deutscher Schausteller und Marktkaufleute (BSM) mit Sitz in Berlin mit, der größten Interessenvertretung der Marktkaufleute, Schausteller und Zirkusse, der als überregionaler Dachverband bundesweit mit sechzehn Landesverbänden, regionalen und lokalen Organisationen sowie drei Großzirkussen vertreten ist. Der BSM setzt sich für die Belange von etwa 100.000 Betrieben ein, die einschließlich Unterlieferanten ca. 2 Mio. Menschen beschäftigen. Arens ist seit 1989 Vorsitzender eines der vier Fachbereiche im BSM – der Fachgruppe I „Schausteller und Circusse“, und ist zugleich Mitglied des Vorstandes des BSM. Von 1993 bis 2002 amtierte er als einer von drei Vizepräsidenten des BSM. Seit 2003 steht er dem Verband vor.

Bei seinem Amtsantritt hatte der BSM vor derart großen Schwierigkeiten gestanden, dass seine Auflösung drohte. Es ist dem Engagement von Arens zu verdanken, dass diese Krise überwunden werden konnte. Durch seinen kollegialen Führungsstil und eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit gewann er verlorenes Vertrauen wieder und sicherte damit den Fortbestand des Verbandes. Sein stetiges Augenmerk gilt der Verbesserung des Ansehens des Berufs des Schaustellers. Arens erhält für seine Tätigkeit beim BSM keine Aufwandsentschädigung und verzichtet ausdrücklich auf Auslagenersatz. Vielmehr bezahlt er aus eigenen Mitteln Fahrten, Übernachtungen und gesellschaftlich übliche Bewirtungen. Er erledigt seine Arbeiten für den BSM mit einem Zeitaufwand von wöchentlich ein bis zwei Tagen.

AWO, Leprahilfe und „Rettet Reinoldi“

Hans-Peter Arens ist es ein bedeutendes Anliegen, sozial schwachen und in Not geratenen Menschen zu helfen. Seit 1982 unterstützt er immer wieder Projekte der St. Reinoldi-Kirche in Dortmund. Bei deren Sanierung vermittelte er der Initiative „Rettet Reinoldi“ Spenden und spendete auch selbst. Seit 1992 unterstützt er die an dieser Kirche ansässige Shanti Leprahilfe Dortmund, die Spenden für ihren Partnerverein in Kathmandu (Nepal) sammelt, um den dort an Lepra erkrankten Menschen zu helfen. Seit 1996 kümmert er sich zuverlässig um einen schwerstbehinderten Jungen. Dieser schloss mittlerweile die Schule mit sehr gutem Ergebnis ab und studiert „Business“. Mit großzügigen Spenden und Mitarbeit bei Festen unterstützt Arens seit 1994 auch die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Bezirk Westliches Westfalen.

Arens ist seit Anfang der 1990er Jahre Mitglied des Beirats des City-Ring Dortmund, dem Initiativkreis für eine attraktive Innenstadt, der die Stellung der Stadt als führendes Einkaufszentrum Westfalens bezweckt. Dabei hat er immer ein offenes Ohr für die Nöte anderer und ist durch seine – auch finanzielle – Hilfsbereitschaft ein großzügiger Förderer der Vereinsarbeit. Es gelang ihm, die früher zwischen Schaustellern und ortsansässigen Unternehmen von Auseinandersetzungen und Missgunst geprägte Konkurrenz in ein gedeihliches Miteinander aller Beteiligten umzuwandeln.

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